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Stromnetzentgelte 2018: Tendenz uneinheitlich, aber steigend

Die Netzbetreiber sind nach § 20 Abs. 1 EnWG verpflichtet, spätestens bis zum 15. Oktober eines Jahres die Netzentgelte für das Folgejahr zu veröffentlichen. Sofern dieses noch nicht final möglich ist, sind die Entgelte zu veröffentlichen, die sich voraussichtlich auf Basis der für das Folgejahr geltenden Erlösobergrenze ergeben werden.

Bei den vorläufigen Stromnetzentgelten der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), deren Stichtag bereits der 1. Oktober war, sind die Ergebnisse unterschiedlich: Während Amprion im Mittel um ca. 45 % erhöht, sinken die Netzentgelte bei 50Hertz um 11 %. Somit ist ein umgekehrter Trend wie im vergangenen Jahr zu beobachten, als 50 Hertz (und Tennet) deutlich bis zu 80 % erhöht haben und Amprion nur moderat. Die deutliche Verteuerung für 2018 wird bei Amprion mit massivem Einsatz von Redispatch-Maßnahmen begründet, während 50Hertz seine Absenkung mit fortschreitendem Netzausbau erklärt. In Anbetracht der stufenweisen bundesweiten Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte ab 2019 bis 2023, die mit dem Netzentgeltmoderniesierungsgesetz (NEMoG) diesen Sommer beschlossen wurde, scheint hier schon das von der Politik gewünschte Ergebnis in Teilen vorweggenommen zu werden. Transnet BW im Südwesten erhöht um 13 % und Tennet, deren Übertragungsnetz sich von der Nordsee nach Bayern quer durch Deutschland zieht, um 9 %.

Die Netzentgeltänderungen der ÜNB wirken sich unmittelbar auf die Netzentgelte der Verteilnetzbetreiber (VNB) aus, weil diese den Kostenblock der ÜNB wälzen müssen. Die ersten VNB haben bereits Ihre Indikationen veröffentlicht. So erhöht Westnetz als einer der größten VNB Deutschlands, der im Wesentlichen im Übertragungsnetz Amprion eingebettet ist, seine Netzentgelte auf der Mittelspannungsebene um ca. 20 %.