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L-Gas Förderung in NL stark gefährdet

Die Niederlande versorgen uns seit Jahrzehnten zuverlässig mit L-Gas aus dem Groningen-Feld. Dies ist umso wichtiger, da die deutsche L-Gas-Förderung seit Jahren rückläufig ist. Das jüngste, größere Erdbeben (3,4) am 08. Januar im Groningen-Feld befeuert die Diskussion um eine Reduzierung der Fördermenge.

2012 kam es erstmals zu einem größeren Erdbeben mit einer Magnitude von 3,6. Nach unterschiedlichen Medienberichten sollen rund 100.000 Häuser betroffen sein. Das Feld, das seit 1963 von einem Gemeinschaftsunternehmen von ExxonMobile und Shell ausgebeutet wird, ist das größte in Europa und soll seitdem rund 300 Mrd. € für den niederländischen Staat erwirtschaftet haben. Die aktuelle Obergrenze für die Produktion liegt bei ca. 22 Mrd. m³/a; sie wurde aber im November zuständigen Verwaltungsgericht aufgehoben. Den Behörden bleibt jetzt ein Jahr Zeit, die Obergrenze fundiert neu festzulegen und Versorgungsalternativen aufzuzeigen. Die Bergbaubehörde fordert eine Absenkung auf ca. 12 Mrd. m³, damit das Risiko stark abnimmt.

Die ARGE Erdgasumstellung befürchtet Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in den nordwestdeutschen Versorgungsgebieten. Der Druck auf die H-Gas-Umstellung in Deutschland wird höher. Ob eine weitere Substitution der reduzierten Mengen durch eine Vermischung von H-Gas mit Stickstoff möglich ist - bisher werden so ca. 5 Mrd. m³ L-Gas in den Niederlanden zusätzlich erzeugt - wurde 2016 untersucht und aufgrund hoher Kosten zurückgestellt. Ob sich dies jetzt ändert, wird sich zeigen. Das deutsche Wirtschaftsministerium beobachtet die Situation in den Niederlanden ebenfalls. Dort wird die Position vertreten, es sei Aufgabe der Niederlande die notwendigen Mengen bis zum Auslaufen der Verträge am 1. Oktober 2029 zu garantieren.

So hat auch das niederländische Wirtschaftsministerium die 200 größten Verbraucher der Niederlande angeschrieben, innerhalb der nächsten vier Jahre auf L-Gas zu verzichten. Da der größte Anteil der Förderung nach Deutschland, Frankreich und Belgien exportiert wird, läge die maximale Entlastung aber nur bei 3 - 5 Mrd. m³.